Probleme verstehen – Konflikte lösen
Soziale Trainingsgruppen an Grundschulen
Ein neues Angebot der Heilpädagogische Tagesstätte
Die soziale Gruppenarbeit nach §29 SGB VIII richtet sich in erster Linie an verhaltensauffällige und entwicklungsverzögerte Mädchen und Jungen an der Grundschule. Es werden dabei spezielle Problemlagen thematisiert, die im Regelunterricht kaum behandelt werden können. Diese Kinder haben einen erhöhten Förderbedarf, der über die normalen schulischen Ressourcen hinausgeht. Durch ein, auf die Kinder und deren Probleme, angepasstes Gruppenangebot können schulische und persönliche Schwierigkeiten minimiert werden.
Auseinandersetzungen und Streitereien gehören zum täglichen Schulalltag und beeinträchtigen das Schulleben oft erheblich. Den Kindern fehlt es häufig an Problemverständnis und konstruktiven Konfliktlösungsstrategien. Ziel der Trainingsgruppe ist es, die Kinder anzuleiten, angemessen mit Konflikten umzugehen, sie für Konflikte zu sensibilisieren und mögliche Lösungsansätze gemeinsam zu erarbeiten.
Zwei Kaufbeurer Grundschulen und die Josef-Landes-Schule nahmen bereits an diesem zehnwöchigen Projekt teil. Die Gruppen in den einzelnen Schulen setzten sich aus fünf bis sieben Kindern unterschiedlichen Alters und Geschlechts zusammen. Die methodischen Grundlagen bestehen aus handlungsorientierten, gesprächsorientierten wie auch kreativen Elementen. Im Rahmen der Gruppendynamik werden wichtige Verhaltensmuster eingeübt und erlernt. Die Gruppe dient dabei als soziales Erfahrungs- und Lernfeld. In der Arbeit mit den Kindern geht es unter anderem darum:
- Reflektieren des Verhaltens und Aufbau von Toleranz durch Selbst- und Fremdwahrnehmung mit Hilfe von Rollenspielen
- Entwicklung individueller Konfliktlösungsstrategien und Selbstberuhigungsstrategien
- Erkennen und Benennen von Gefühlen
- Akzeptieren der unterschiedlichen Identitäten
- Sensibilisierung der Kinder für Konflikte und Entwicklung von Lösungsstrategien
Neben der Gruppenarbeit mit den Kindern findet auch ein Austausch mit den zuständigen Lehrkräften statt, um pädagogische Prozesse abzustimmen und die Gruppe effektiv und umfassend zu gestalten.

